Von Johannes Fiegenbaum am 01.01.70, 01:00 · Zuletzt aktualisiert 8. September 2026
In Maintal hat ein Gaskraftwerk ein Milliardenprojekt gestoppt, in Schuby haben zwölf Gemeinden und eine Stadt gemeinsam Ja gesagt, in Langenhorn prüft die Gemeindevertretung nach einer Einwohnerversammlung mit über 300 Menschen jetzt ergebnisoffen. Drei Orte, drei Verläufe, dieselbe Situation: Ehrenamtliche Bürgermeister verhandeln mit Konzernen über Anschlussleistungen, die ein Achtel des Landesverbrauchs ausmachen, und die Leitfäden des Bundes sind erst angekündigt. Ich habe die drei Standorte durch meine Klimarisikoanalyse laufen lassen und aufgeschrieben, was eine Gemeinde vor der Zustimmung prüfen sollte und was in den städtebaulichen Vertrag gehört.
Stand: September 2026.
NDR und Süddeutsche Zeitung haben im August 2026 erstmals gezählt: 99 Rechenzentren sind in Deutschland geplant oder im Bau, 41 davon schon im Bau, 36 von Firmen außerhalb der EU, zwei Drittel davon aus den USA. Grundlage ist ein Datensatz von FragDenStaat, AlgorithmWatch und dem Bündnis Heiße Luft, der als interaktive Karte öffentlich ist. Galten bisher fünf bis zehn Megawatt Netzanschluss als groß, geht es jetzt um 200 bis 500 Megawatt, in Schuby um 1.400. Die nationale Rechenzentrumsstrategie des Bundes will die Kapazität in vier Jahren verdoppeln, die Landesplanung Schleswig-Holstein hat 2025 eigens ein Papier zur Flächenvorsorge für energieintensive Ansiedlungen vorgelegt.
Die Gegenbewegung läuft auf Gemeindeebene, und sie ist nicht parteipolitisch. Ein Viertel der 99 Projekte liegt in Regionen, die seit 2019 unter Wasserknappheit leiden. Nur sieben der befragten Kommunen wollen eine Kühlung im geschlossenen Kreislauf, nur fünf haben einen Plan für Hitzeperioden. Das Digitalministerium antwortet, ein Leitfaden zur Flächenqualifizierung werde von den Ländern geprüft, weitere Leitfäden kämen noch in diesem Jahr. Bis dahin entscheidet jede Gemeinde allein, und alles, was nicht zu Beginn im städtebaulichen Vertrag steht, ist später nicht mehr zu beeinflussen.
Maintal im Main-Kinzig-Kreis, direkt neben dem Internetknoten Frankfurt, ist zum bundesweiten Symbol geworden. Der US-Betreiber EdgeConneX wollte im Gewerbegebiet Dörnigheim ein Rechenzentrum mit eigenem Gaskraftwerk bauen, weil der Netzanschluss im Rhein-Main-Gebiet auf Jahre nicht zu bekommen ist. Genau das Kraftwerk hat das Projekt gekippt: Anwohner rechneten die Emissionen selbst durch, die SPD erklärte im Februar 2026 „ein Rechenzentrum ist ok, ein Gaskraftwerk ist inakzeptabel", die Stadtverordneten vertagten die städtebaulichen Verträge mit Amazon und EdgeConneX. Seit dem 11. Mai 2026 liegt das Vorhaben auf Eis, weitere Gutachten sollen die Folgen für Umwelt und Lärm klären.
Amazon Web Services hat daraus gelernt und am 26. Mai 2026 in Bischofsheim den ersten öffentlichen Infomarkt der Firma in Deutschland veranstaltet: zwei Gebäude auf rund 89.000 Quadratmetern in Maintal-West, über 100 Arbeitsplätze, Inbetriebnahme innerhalb von fünf Jahren. Auf die Frage eines Besuchers, wie viel Strom das Ganze braucht, gab es keine Zahl. Ein drittes Projekt ist seit Juni in Planung. Für die Klimarisikoanalyse ist Maintal der Lehrfall für die transitorische Seite: Ein Gaskraftwerk ist Scope 1 des Betreibers, fällt ab 2028 unter den zweiten Emissionshandel und macht aus einer Rechenzentrumsansiedlung eine Kraftwerksgenehmigung mit allem, was an Immissionsschutz dranhängt. Die Gemeinde hat das nicht beantragt, sie hat es nur zu genehmigen.
Schuby bei Schleswig ist das Gegenmodell. Die Gemeinde mit 2.700 Einwohnern hat, was Maintal fehlt: ein Umspannwerk mit 110-Kilovolt-Anschluss, Windstrom im Überfluss und seit diesem Jahr einen Batteriespeicher mit 103,5 Megawatt Leistung und 238 Megawattstunden Kapazität, baugleich mit der Anlage in Bollingstedt, die 2025 als größter Speicher Deutschlands ans Netz ging. Der Speicher ist schwarzstartfähig, hält die Spannung im Netz und lädt zweimal am Tag günstigen Wind- und Solarstrom ein. Laut NDR könnte sich seine Kapazität noch verdreifachen. Auf der grünen Wiese daneben sollen zwei Rechenzentren mit zusammen 1.400 Megawatt Anschlussleistung entstehen, das entspricht der halben heutigen Rechenkapazität Deutschlands. Allein das erste Projekt, North Storage aus Haurup, wird mit bis zu neun Milliarden Euro beziffert, mehr als bei Northvolt in Heide.
Bemerkenswert ist der Weg dorthin. Weil großes Gewerbe außerhalb von Städten planungsrechtlich nicht vorgesehen ist, haben die Stadt Schleswig und alle zwölf Umlandgemeinden im Mai 2026 ihre Kooperation ausgeweitet und den Energiepark zum gemeinsamen Kernprojekt erklärt. Die Landesplanung hat zugesagt, danach innerhalb eines Monats zu entscheiden, Tennet baut das Umspannwerk seit August aus. Offen bleibt, ob Tennet die 1.400 Megawatt tatsächlich bereitstellen kann, und die Abwärme hat noch keinen Abnehmer. Der BUND Schleswig-Holstein fordert seit Juni eine landesweite Strategie und warnt vor überdimensionierten Anlagen in Busdorf, Langenhorn und Schuby. Für die Klimarisikoanalyse heißt das: Schuby hat das Energieversorgungsrisiko gelöst, das Maintal gestoppt hat, und dafür das Wasserthema noch gar nicht angefasst.
Langenhorn in Nordfriesland zeigt den mittleren Weg. Der Projektentwickler Uniq Land plant im Gewerbegebiet Mönkebüll einen Campus mit 150 Megawatt im ersten Schritt und bis zu 300 Megawatt im Endausbau, zwei Milliarden Euro, vier Hallen mit 27 Metern Höhe. 150 Megawatt sind laut NDR etwa ein Achtel des Stromverbrauchs von ganz Schleswig-Holstein. Zur Einwohnerversammlung im Juni kamen mehr als 300 Menschen, Bürgermeister Olde Oldsen warnte, das Projekt könne das Dorf spalten. Die Gemeindevertretung hat die Entscheidung erst vertagt und am 26. August 2026 einstimmig beschlossen, das Verfahren ergebnisoffen zu führen, Alternativstandorte zu prüfen und eigene Vorgaben zu machen. Das ist der Satz, auf den es ankommt: Höhe, Kühltechnik, Wasserentnahme, Abwärme und Rückbau sind verhandelbar, solange der Bebauungsplan nicht steht. Was in keiner Präsentation vorkam: Der Standort liegt laut Hochwassergefahrenkarte des Landes im Gebiet eines 200-jährlichen Küstenhochwassers. Für ein Gebäude, dessen Elektroräume bei 15 Zentimetern Wasser abschalten, ist das die erste Frage, nicht die letzte.
Ich habe die drei Gewerbegebiete als Standorte in meine Klimarisikoanalyse eingegeben, mit Referenz 1991 bis 2020 und den EURO-CORDEX-Projektionen für RCP 4.5 und RCP 8.5. Die Werte gelten für 2041 bis 2070 unter RCP 8.5, dem oberen Risikorand, den auch die Aufsicht für Stresstests ansetzt. In Klammern die Gegenwart.
| Kennwert (Sommer) | Maintal | Schuby | Langenhorn |
|---|---|---|---|
| Tage über 30 °C | 16 (9) | 3 (1) | 3 (1) |
| Tage über 35 °C | 5,5 (1,2) | 1,0 (0) | 1,0 (0) |
| Tropennächte | 12 (1,5) | 3 (0,1) | 1,6 (0,1) |
| Bodenfeuchte im Sommer | minus 26 % | minus 48 % | minus 31 % |
| Starkregen, 5 Tage | 51 mm (33), plus 55 % | 49 mm (45), plus 9 % | 53 mm (43), plus 25 % |
| Hochwasser | Main, HQ50 plus 28 % | außerhalb der Risikogebiete | Küstenhochwasser HW200 |
| Sturmtage | keine Zunahme | keine Zunahme | keine Zunahme |
Drei Befunde. Erstens: Maintal ist der Hitzestandort. Sechzehn Tage über 30 Grad und zwölf Tropennächte im Sommer sind die Kühllast, die ein Rechenzentrum im Rhein-Main-Gebiet in den 2050er Jahren tragen muss, und sie fällt mit der Trockenheit zusammen. Zweitens: Im Norden ist nicht die Hitze das Problem, sondern die sommerliche Bodenfeuchte. Minus 48 Prozent in Schuby ist die Grundwasserneubildung, aus der die Marsch und die Landwirtschaft leben, und genau die Frage, die im Gemeinderat offen ist. Drittens: Sturm bringt in keinem der drei Fälle eine belastbare Zunahme, und das kann man auch so sagen. Wer jede Gefahr rot färbt, wird nicht mehr gelesen.
Mit einer Sensitivität für die Asset-Klasse Rechenzentrum, die ich dafür aus Uptime-Institut-Ausfallanalysen, ASHRAE-Temperaturgrenzen und der Studie von XDI zu 2.595 geplanten Rechenzentren abgeleitet habe, ergibt sich für Maintal ein sehr hohes Hochwasserrisiko am Main und ein hohes Hitzerisiko, für Langenhorn ein sehr hohes Risiko durch Küstenhochwasser, für Schuby ein hohes Risiko bei Bodentrockenheit. Und ein Ergebnis, das die Gemeinde selbst in der Hand hat: Mit Verdunstungskühlung ist das Dürrerisiko an allen drei Standorten hoch, mit geschlossenem Kühlkreislauf niedrig. Sonst ändert sich nichts. Die Kühltechnik ist der einzige Regler, der eine ganze Gefahr kippt, und sie steht im Vertrag, nicht im Klimamodell. Wie diese Rechnung im Detail funktioniert, steht im Leitfaden zur Klimarisikoanalyse.
Die NDR-Recherche hat die geplanten Standorte gefragt, welche Kühltechnik kommt. Die meisten Gemeinden konnten es nicht sagen, weil die Projektierer es nicht sagen. Dabei entscheidet die Kühltechnik über den Wasserverbrauch mehr als Größe und Lage: Verdunstungskühlung spart Strom und verbraucht Wasser, im deutschen Mittel 0,58 Liter je Kilowattstunde nach den an die EU gemeldeten Daten. Ein durchgehend ausgelastetes 100-Megawatt-Rechenzentrum kommt so auf rund eine Million Liter am Tag. Geschlossene Kreisläufe und Chipkühlung brauchen fast kein Wasser, dafür mehr Strom an heißen Tagen, und ihre Abwärme lässt sich nutzen. Wie viel Wasser KI wirklich verbraucht und warum die große Zahl meistens im Kraftwerk entsteht, habe ich getrennt aufgeschrieben.
Hitze ist die zweite Frage, und sie ist die am wenigsten beantwortete. Rechenzentren sind nach der Analyse von AlphaGeo aus 2025 gegenüber Hitzestress am verwundbarsten, noch vor Dürre und Hochwasser, weil Hochwasserschutz gebaut wird und Hitzeanpassung nicht. Im Juli 2022 fielen bei über 40 Grad in London Cloud-Regionen von Google und Oracle aus, weil mehrere redundante Kühlsysteme gleichzeitig versagten. Ein Betreiber in Phoenix meldete in vier Hitzewochen einen Anstieg des Energieaufwands für Kühlung und Gebäudetechnik von 42 auf 75 Prozent der IT-Last, weil die freie Kühlung nachts ausfiel. Marina Köhn vom Umweltbundesamt sagt es so: Ein Rechenzentrum steht mindestens zehn Jahre, und die Wasserlage einer Region kann in einem einzigen Sommer kippen. Das ist die Wasser-Risikoanalyse, die vor der Zustimmung gehört, nicht nach dem Richtfest.
Die EnEfG-Novelle 2026, seit dem Kabinettsbeschluss vom 24. Juni im Bundestag, streicht genau die Pflichten, die eine Gemeinde bräuchte: Die verbindlichen Vorgaben zu Abwärmenutzungsvereinbarungen, die Wärmeübergabestation und die Auskunftspflicht der Wärmenetzbetreiber sollen entfallen, die Grünstrom-Frist rutscht von 2027 auf 2030. Was nicht mehr im Gesetz steht, muss in den Vertrag. Diese Punkte sind aus den drei Fällen abgeleitet.
| Regelung | Warum | Fall |
|---|---|---|
| Kühltechnik festschreiben: geschlossener Kreislauf oder Chipkühlung, keine Verdunstungskühlung | Kippt das Dürrerisiko von hoch auf niedrig, macht Abwärme nutzbar | Schuby, Langenhorn |
| Obergrenze für Wasserentnahme und Herkunft, keine Grundwasserkühlung in Trockenmonaten | Bodenfeuchte im Sommer minus 30 bis 48 %, Nutzungskonkurrenz mit Landwirtschaft | alle drei |
| Abwärmeabnahme mit Wärmeübergabestation und Temperaturniveau, Anschluss an die kommunale Wärmeplanung | Novelle streicht die gesetzliche Pflicht; ungenutzte Abwärme erwärmt das Umfeld | Schuby (kein Abnehmer), Maintal (Fernwärmenetz in Diskussion) |
| Stromversorgung: Netzanschluss plus Speicher statt eigenes Gaskraftwerk, Notstrom nur Diesel mit Testregime | Gaskraftwerk ist Kraftwerksgenehmigung, Scope 1 und ETS 2 ab 2028 | Maintal gegen Schuby |
| Kapazitätszahlung nach Ohio-Muster: der Betreiber zahlt monatlich mindestens 85 % der bestellten Netzkapazität, auch ungenutzt | Sonst tragen Haushalte den Netzausbau; Ohio hat das 2025 verbindlich gemacht | Schuby (1.400 MW) |
| Hochwasser: Elektroräume und Notstrom über Geländeniveau, Freibord nach Gefahrenkarte, Deichhinterland ausschließen | 15 bis 30 cm Wasser im Elektroraum reichen für die Abschaltung | Maintal (Main), Langenhorn (HW200) |
| Hitzeplan des Betreibers als Anlage: Kühlreserve für 35 Grad und Tropennächte, Lastabwurf, Meldepflicht | Nur 5 von 99 Kommunen haben einen; London 2022 zeigt den Ausfallpfad | Maintal |
| Höhe, Lärmwerte, Rückbauverpflichtung mit Sicherheit, Gewerbesteuer-Zerlegung bei Konzernsitz außerhalb | 27 Meter haben Langenhorn gespalten; Gewerbesteuer ist das Hauptargument der Befürworter | Langenhorn, Maintal |
Nichts davon ist exotisch. Es ist die Liste, die ein Betreiber bei einer ESG-Due-Diligence seiner Investoren ohnehin beantworten muss, nur dass die Gemeinde sie diesmal stellt. Wer als Bürgermeister ohne diese Liste in die Verhandlung geht, verhandelt über Höhe und Gewerbesteuer, während der Konzern über Netz und Wasser längst entschieden hat. Was das für Finanzierung und Transitionsplanung eines energieintensiven Standorts heißt, gilt für Rechenzentren genauso wie für jede andere Industrieansiedlung.
In den USA ist der Konflikt ein Jahr weiter. Der Economist zählte im Juni 2026 allein für das erste Quartal 20 abgesagte Rechenzentrumsprojekte mit 3,5 Gigawatt, Gemeinden in Michigan haben Moratorien beschlossen, und die Ablehnung ist bei Menschen, die nur von Rechenzentren gehört haben, genauso groß wie bei Nachbarn. Zwei Dinge daraus sind übertragbar. Erstens die Zahlen: Der Economist führt den Mythos vom unersättlichen Wasserfresser auf ein Buch von 2025 mit einem Rechenfehler zurück, ein mittelgroßes Rechenzentrum verbraucht im Jahr etwa so viel wie zwei Golfplätze. Wer als Gemeinde mit falschen Zahlen argumentiert, verliert die Verhandlung. Zweitens das Instrument aus Ohio: Betreiber müssen dort monatlich mindestens 85 Prozent der bestellten Netzkapazität bezahlen, ob genutzt oder nicht, verbindlich statt als Selbstverpflichtung. Eine deutsche Gemeinde kann dasselbe in den städtebaulichen Vertrag holen, bevor der Netzbetreiber den Ausbau auf alle Kunden umlegt. Wie Batteriespeicher dabei helfen, zeigt Schuby: Speicher plus Netz statt Kraftwerk ist die Konfiguration, die durchgeht.
Die Gemeindevertretung über den Bebauungsplan und den städtebaulichen Vertrag. Bei Anlagen außerhalb von Städten kommt die Landesplanung dazu, in Schleswig-Holstein hat sie für Schuby eine Entscheidung innerhalb eines Monats zugesagt. Ein eigenes Kraftwerk braucht zusätzlich eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung, das ist ein anderes Verfahren mit anderen Beteiligten.
Gemeinden rechnen mit mehreren Millionen Euro im Jahr, belastbar ist das erst nach der Zerlegung: Sitzt die Konzernzentrale anderswo, wird die Steuer nach Arbeitslöhnen aufgeteilt, und ein Rechenzentrum mit hundert Beschäftigten bringt der Standortgemeinde weniger, als die Investitionssumme vermuten lässt. Maintal hat deshalb eine Reform der Gewerbesteuer gefordert.
Messbar ja. Eine Studie unter Leitung der University of Cambridge vom März 2026 fand um KI-Rechenzentren eine im Mittel um 2 Grad höhere Landoberflächentemperatur, mit deutlich höheren Spitzen in trockenen Regionen; für die Lufttemperatur in Wohnlagen liegen die belegten Werte bei wenigen Grad direkt am Zaun und weniger bei Wind. Deshalb gehört die Abwärmeabnahme in den Vertrag, solange die Novelle die gesetzliche Pflicht streicht.
Im Normalbetrieb selten, Stromausfälle liegen in Schleswig-Holstein bei sechs Minuten im Jahr. Getestet werden die Dieselgeneratoren aber regelmäßig, in Langenhorn nach Angaben der Projektierer einmal im Monat für etwa eine Stunde, dann mit mehreren tausend Litern Kraftstoff. Testzeiten, Lärm und Kraftstofflager sind Vertragsgegenstand.
Das EdgeConneX-Projekt in Dörnigheim liegt seit Mai 2026 auf Eis, weitere Gutachten laufen. Das AWS-Projekt in Maintal-West ist im Verfahren, die Stadtverordneten haben die städtebaulichen Verträge bisher nicht beschlossen. Ein drittes Projekt ist in Planung. Stand September 2026.
Quellen: NDR und Süddeutsche Zeitung, Rechenzentren-Boom stellt Kommunen im Norden vor Herausforderungen, 28. August 2026, mit dem Datensatz von FragDenStaat, AlgorithmWatch und Heiße Luft; NDR, Rechenzentren in Schuby, 5. und 21. Mai 2026; NDR, Rechenzentrum in Langenhorn: Ergebnisoffenes Verfahren, 27. August 2026; hessenschau, Rechenzentrum in Maintal, 11. und 27. Mai 2026; GNZ, 11. Mai 2026; BUND Schleswig-Holstein, Pressemitteilung vom 24. Juni 2026; Hochwassergefahren- und Risikokarten Schleswig-Holstein; Landesplanung Schleswig-Holstein, Flächenvorsorge für energieintensive Ansiedlungen, 2025; Energieeffizienzgesetz und Kabinettsentwurf der Novelle vom 24. Juni 2026; Umweltbundesamt, Rechenzentren; BSI, Standortkriterien für Rechenzentren; XDI, Global Analysis of Planned Data Centres, Juni 2026; AlphaGeo, Physical Climate Risk and Adaptation for Data Centers, August 2025; Uptime Institute, Annual Outage Analysis 2024 und 2026; The Economist, 23. Juni 2026; eigene Klimarisikoanalyse der drei Standorte, EURO-CORDEX RCP 4.5 und 8.5, Referenz ERA5 1991 bis 2020, September 2026.
ESG- und Nachhaltigkeitsberater mit Schwerpunkt auf VSME‑Berichterstattung und Klimarisikoanalysen. Begleitet seit 2014 über 300 Projekte für den Mittelstand sowie für Großbanken und Versicherungskonzerne.
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