Von Johannes Fiegenbaum am 07.07.25 07:13
Der VSME-Standard entwickelt sich 2026 zum de-facto Marktstandard für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von KMUs. Mit der geplanten ESRS-Vereinfachung (68%-Reduzierung der Datenpunkte) und dem wachsenden Druck durch Banken, die ab 2026 ESG-Daten verpflichtend in Kreditentscheidungen integrieren müssen, wird VSME faktisch zur Pflicht – auch für nicht-berichtspflichtige Unternehmen.
Dieser umfassende Praxis-Guide analysiert 10 echte VSME-Berichte von KMUs aus unterschiedlichen Branchen und Unternehmensgrößen, integriert Benchmark-Daten aus über 700 Nachhaltigkeitsberichten und liefert konkrete Handlungsempfehlungen für euren eigenen Berichtsprozess. Ihr erfahrt, welche Module erfolgreich umgesetzt werden, wo typische Stolperfallen liegen und wie ihr mit begrenzten Ressourcen einen professionellen VSME-Bericht erstellt.
Was euch erwartet: Detaillierte Fallstudien, branchenspezifische CO₂-Benchmarks, konkrete Formulierungsbeispiele und downloadbare Vorlagen. Von der 50-Mitarbeiter-IT-Beratung bis zum 300-Personen-Produktionsunternehmen – die Beispiele zeigen, wie unterschiedlich VSME-Umsetzungen aussehen können und welche Gemeinsamkeiten erfolgreiche Berichte verbindet.
Die regulatorische Landschaft verschärft sich dramatisch: Während das EU Omnibus-Paket zwar Erleichterungen für einige Unternehmen bringt, steigen gleichzeitig die faktischen Marktanforderungen. Banken integrieren ESG-Kriterien in Kreditvergaben, Großkunden fordern strukturierte Nachhaltigkeitsdaten, und Investoren erwarten transparente Berichterstattung.
Die EFRAG hat am 11. Dezember 2025 drei neue Supporting Guides veröffentlicht – bezeichnenderweise genau zu den Modulen, die im Feldtest als „besonders herausfordernd" identifiziert wurden. Diese Guides helfen bei der Interpretation, aber sie liefern keine Daten und keine Praxisbeispiele. Genau hier setzt dieser Artikel an: Ihr seht echte Berichte, versteht die Unterschiede zwischen Branchen und könnt Best Practices direkt auf euer Unternehmen übertragen.
Ihr habt die VSME-Vorlage heruntergeladen, die Struktur durchgearbeitet – und dann kommt der Moment: Modul B3 (Energieverbrauch), Modul B6 (Scope 3), Modul N2 (Ziele & Maßnahmen). Die Tabellen sind leer. Woher nehmt ihr die Zahlen? Welche Formulierungen funktionieren? Was erwarten Prüfer und Banken tatsächlich?
Unsere Analyse von 700+ realen KMU-Nachhaltigkeitsberichten kombiniert mit detaillierten Fallstudien gibt euch die Antworten. Die Benchmarks helfen in drei Szenarien:
Unternehmensprofil: Familienunternehmen aus Kaltenkirchen mit 342 Mitarbeitern weltweit, 75 Mio. € Umsatz. Hersteller von elektrischen Installationsmaterialien, Beleuchtungsprodukten und CCTV-Systemen.
VSME-Umsetzung: WISKA nutzt Basic + Comprehensive Module vollständig und übertrifft damit die Mindestanforderungen deutlich. Der Bericht umfasst 58 Seiten mit detaillierter Aufschlüsselung aller Scope 1, 2 und 3 Emissionen.
Highlights der Umsetzung:
Benchmark-Relevanz: WISKA zeigt, wie produzierende KMUs die energieintensiven Prozesse transparent darstellen. Mit 18,19 t CO₂e pro Million Euro Umsatz (nur Scope 1+2) liegt WISKA im oberen Mittelfeld für Produktionsunternehmen, demonstriert aber gleichzeitig eine 45%ige Reduktion seit 2021.
Lessons Learned:
Unternehmensprofil: Impact-orientiertes Beratungsunternehmen mit Fokus auf Nachhaltigkeit, ca. 50 Mitarbeiter, spezialisiert auf Transformationsbegleitung.
VSME-Umsetzung: Terra Institute nutzt den VSME-Standard als Pilotprojekt und hat als eines der ersten Beratungsunternehmen einen vollständigen Bericht nach neuem Standard veröffentlicht.
Besonderheiten:
Benchmark-Relevanz: Zeigt typisches Profil für wissensbasierte Dienstleister: niedrige Betriebsemissionen, hohe indirekte Emissionen durch Mobilität. Für Vergleiche mit anderen Beratungen essentiell.
Terra Institute VSME Report 2024
Unternehmensprofil: Internationales Familienunternehmen im Bereich Verpackungslösungen, 180 Mitarbeiter, Standorte in Europa und Asien.
VSME-Umsetzung: Hofmann fokussiert auf Basic Module mit selektiven Comprehensive-Elementen, nutzt den "If Applicable"-Ansatz konsequent.
Besonderheiten:
Lessons Learned: Zeigt, wie internationale KMUs VSME nutzen, ohne sich in Detailtiefe zu verlieren. Der Bericht ist deutlich schlanker (28 Seiten vs. WISKA 58 Seiten), erfüllt aber alle Anforderungen.
Hofmann Nachhaltigkeitsbericht 2024 (PDF)
Unternehmensprofil: IT-Beratungsdienstleister mit ca. 60 Mitarbeitenden, spezialisiert auf digitale Transformation, Kunden primär im Enterprise-Segment.
VSME-Umsetzung: Entscheidung für alle drei Module (Basis, Business Partner, Policies/Actions/Targets) trotz nicht-CSRD-Pflicht.
Strategischer Kontext: Das Unternehmen erkannte, dass das Lieferkettenmanagement eine zentrale Rolle für die langfristige Geschäftsstrategie spielt. Größere Unternehmenskunden verlangten zunehmend detaillierte ESG-Informationen von ihren IT-Dienstleistern.
Implementierungs-Approach:
Ergebnisse:
Benchmark-Relevanz: Typische Zahlen für IT-Dienstleister mit vollständiger Scope 3-Erfassung: ca. 4,2 t CO₂e/FTE (Scope 1+2), ca. 8,5 t CO₂e/FTE (Scope 3), primär getrieben durch Hardware-Lifecycles und Geschäftsreisen.
Unternehmensprofil: Designagentur mit 15 Mitarbeitern, hochspezialisiert auf Nachhaltigkeitskommunikation, 100% Remote.
VSME-Umsetzung: Konsequente Nutzung des Basic Module mit "If Applicable"-Prinzip. Bericht umfasst nur 12 Seiten, erfüllt aber alle relevantenAnforderungen.
Smart Shortcuts:
Lessons Learned: Zeigt, dass VSME auch für sehr kleine Teams umsetzbar ist. Schlüssel: Klare Priorisierung, transparente Kommunikation von Limitationen, Fokus auf tatsächlich steuerbare Bereiche.
Zeitaufwand: Ca. 20 Personentage für erste Berichterstellung (inkl. Datenbeschaffung), danach jährlich ca. 8 Personentage für Updates.
Unternehmensprofil: Metallverarbeitender Betrieb, 120 Mitarbeiter, B2B-Zulieferer für Automobilindustrie.
VSME-Umsetzung: Basic Module mit Fokus auf Scope 3 Upstream (eingekaufte Materialien machen 78% der Gesamtemissionen aus).
Herausforderungen:
Lösungsansatz:
Benchmark-Relevanz: 73 t CO₂e/FTE im Median für Metallverarbeitung, WISKA als Produktionsunternehmen zeigt ähnliche Größenordnung bei vollständiger Erfassung.
Unternehmensprofil: Großhändler für nachhaltige Büromaterialien, 85 Mitarbeiter, 22 Mio. € Umsatz.
VSME-Umsetzung: Basic Module mit Schwerpunkt Scope 3 Kategorie 9+11 (Downstream Transport, Produktnutzung).
Besonderheiten:
Lessons Learned: Handelsunternehmen haben andere Emissionsprofile als Produktion oder Dienstleistung. Fokus verschiebt sich auf Produktauswahl und Logistikoptimierung.
Unternehmensprofil: Boutique-Hotel mit 40 Mitarbeitern, 120 Zimmer, gehobenes Segment.
VSME-Umsetzung: Basic Module mit Fokus auf Energie (B3) und Wasser (B6).
Branchenspezifische Kennzahlen:
Innovative Ansätze:
Unternehmensprofil: Kleines Pharmaunternehmen, 23 Mitarbeiter, spezialisiert auf Nischenmedikamente.
VSME-Umsetzung: Comprehensive Module notwendig aufgrund regulatorischer Anforderungen in der Lieferkette.
Besonderheiten:
Unternehmensprofil: Regionalbank mit 117 Mitarbeitern, Fokus auf Mittelstandsfinanzierung.
VSME-Umsetzung: Basic Module mit freiwilliger Erweiterung um finanzierte Emissionen (PCAF-Methodik).
Herausforderung: Eigene Scope 1+2-Emissionen vernachlässigbar (Bürobetrieb), aber Portfolio-Emissionen dominieren: 41 t CO₂e/FTE im Median für Finanzdienstleister wenn Portfolio included.
Strategischer Ansatz:
Lessons Learned: Finanzinstitute müssen über operative Emissionen hinausdenken. Portfolio-Emissionen sind oft 100x größer als eigene Emissionen und werden zunehmend zum Reputationsrisiko.
Basierend auf unserer Analyse von über 700 realen KMU-Nachhaltigkeitsberichten präsentieren wir branchenspezifische Benchmarks, die als Orientierung für euren VSME-Bericht dienen. Diese Werte helfen bei Plausibilitätschecks, Zieldefinitionen und der Kommunikation mit Stakeholdern.
| Branche (NACE-Code) | Stichprobe (n) | Median t CO₂e/FTE | Top 10% (Best in Class) | Haupttreiber Scope 3 |
|---|---|---|---|---|
| Gemischte Dienstleistungen | 59 | 2 | <0,1 | Pendelverkehr, Geschäftsreisen |
| IT-Dienstleistungen / Software (NACE 62) | 71 | 30 | <0,1 | Hardware-Lifecycle, Rechenzentren |
| Beherbergung / Hotels (NACE 55) | 34 | 19 | <0,1 | Gästemobilität, Lebensmittel |
| Kredit- und Finanzdienstleistungen (NACE 64) | 117 | 41 | <0,1 | Finanzierte Emissionen (Portfolio) |
| Pharmazeutische Industrie (NACE 21) | 23 | 36 | 0 | Rohmaterialien, Chemikalien-Upstream |
| Hoch- und Tiefbau (NACE 41) | 86 | 73 | 0 | Graue Energie (Beton, Stahl) |
| Bekleidung / Textil (NACE 14) | 36 | 201 | <1 | Textilproduktion (Energie/Wasser) |
| Chemische Industrie (NACE 20) | 83 | 452 | 0 | Prozessemissionen, Energieträger |
⚠️ Interpretations-Disclaimer: Scope 3 macht den Unterschied
Die Werte in dieser Tabelle basieren auf Berichten, die Scope 1+2+3 vollständig erfassen. Das erklärt die scheinbar hohen Zahlen bei IT (30 t/FTE) und Finanzen (41 t/FTE). Diese Branchen haben niedrige direkte Emissionen (Bürobetrieb), aber erhebliche indirekte Emissionen.
Für euren VSME Basic Report gilt: Wenn ihr nur Scope 1+2 messt (Bürobetrieb, Heizung, Firmenwagen), liegen typische Dienstleister bei 2–5 t/FTE. Die Tabellenwerte sind das "Full Scope"-Zielbild, das Banken ab 2026 sehen wollen – nutzt sie als langfristige Orientierung.
Weitere detaillierte Benchmark-Daten findet ihr in unserem separaten Artikel: VSME Bericht Beispiel: Echte Benchmark-Daten (Analyse von 700+ Berichten)
Die Analyse der 10 Praxisbeispiele plus 700+ Berichte zeigt wiederkehrende Erfolgsmuster, die unabhängig von Branche oder Unternehmensgröße funktionieren.
Alle erfolgreichen Berichte beginnen mit einer 1-2-seitigen Zusammenfassung, die drei Fragen beantwortet:
Formulierungsbeispiel (angelehnt an WISKA):
"Trotz 8% Umsatzsteigerung konnten wir die Treibhausgasemissionen um 3% reduzieren. Der Anteil erneuerbarer Energien stieg auf 78%, die Abfalltrennquote liegt bei 92,5%. Für 2025 fokussieren wir uns auf die Entwicklung einer Klimastrategie mit Net-Zero-Pfad bis 2045 und die Ausweitung der Product Carbon Footprint-Berechnung auf alle Produktlinien."
Erfolgreiche Berichte strukturieren sich entlang der VSME-Module, nutzen aber intelligente Cross-References:
Das schafft Kohärenz und zeigt, dass ESG integriert statt isoliert betrachtet wird.
Alle Top-Berichte kommunizieren offen, wo Daten aus Primärquellen stammen und wo Schätzungen/Proxies genutzt werden:
Gutes Beispiel:
"Scope 3 Kategorie 7 (Pendelverkehr): Berechnet auf Basis einer Mitarbeiterbefragung (Response Rate 78%). Für nicht-antwortende Mitarbeiter wurde der Durchschnitt der jeweiligen Abteilung angesetzt."
Schlechtes Beispiel:
"Scope 3 wurde umfassend berechnet." (Keine Info zu Methodik oder Limitationen)
Die stärksten Berichte folgen dem Target → Action → Responsibility → Timeline Pattern:
WISKA-Beispiel:
Das unterscheidet ehrgeizige aber erreichbare Ziele von unverbindlichen Absichtserklärungen.
Viele erfolgreiche Berichte integrieren eine kurze Sektion zu Stakeholder-Engagement:
Das zeigt, dass Nachhaltigkeit nicht im Elfenbeinturm entwickelt wurde.
Die Analyse von 700+ Berichten zeigt auch typische Fehler, die ihr vermeiden solltet:
Symptom: Versucht, alle 20 VSME-Module auf einmal perfekt auszufüllen, steckt fest bei Datenbeschaffung.
Lösung: Start mit Basic Module, fokussiert auf 5-7 wirklich relevante Themen. WISKA zeigt: Auch Comprehensive Module kann schrittweise über mehrere Berichtszyklen aufgebaut werden.
Symptom: Nur positive Entwicklungen berichten, Verschlechterungen verschweigen.
Lösung: WISKA dokumentiert transparent, dass die Abfalltrennquote von 94,5% auf 92,5% gesunken ist und analysiert die Gründe. Das erhöht Glaubwürdigkeit massiv.
Symptom: Absolute Zahlen ohne Kontext (z.B. "Wir haben 450 t CO₂ emittiert" – gut oder schlecht?).
Lösung: Immer Intensitätskennzahlen nutzen (pro FTE, pro Mio. € Umsatz, pro produzierter Einheit) und Vorjahresvergleich zeigen. WISKA zeigt kontinuierliche Verbesserung durch 4-Jahres-Trend.
Symptom: Fokus nur auf Scope 1+2, weil einfacher messbar. Scope 3 wird vernachlässigt, obwohl oft 80-95% der Gesamtemissionen.
Lösung: Screening-Analyse mit Proxy-Daten durchführen (siehe Scope 3 Quick Check), Top-Kategorien identifizieren, schrittweise Datenqualität verbessern.
Symptom: Nachhaltigkeitsbericht als Einmalprojekt einer Person, keine Management-Attention.
Lösung: WISKA zeigt ideal: Sustainability Officer auf Management-Level, quartalsweises Steering Committee mit Heads aus allen Bereichen. Das signalisiert: "Wir meinen es ernst."
Die Frage "Basic oder Comprehensive?" beschäftigt viele KMUs. Die Beispiele zeigen klare Muster:
Detaillierte Modul-Vergleiche findet ihr hier: VSME Module erklärt: Basic oder Comprehensive?
Basierend auf den erfolgreichen Implementierungen präsentieren wir eine praxiserprobte Roadmap:
Aktivitäten:
Tool-Tipp: Nutzt unseren CSRD Materiality Screening für eine Quick-Relevanzprüfung, auch wenn VSME keine formale Wesentlichkeitsanalyse verlangt.
Aktivitäten:
Typische Zeitfresser vermeiden:
Detaillierte Anleitung: VSME Bericht in 5 Schritten
Aktivitäten:
SMART-Ziel-Beispiel:
"Reduktion Scope 1+2-Emissionen um 25% bis 2027 (Basisjahr 2024) durch Umstellung auf 100% Ökostrom (2025), Flottenelektrifizierung (50% bis 2026) und LED-Modernisierung (2025). Verantwortlich: Head of Facility Management."
Aktivitäten:
Template-Ressourcen:
Aktivitäten:
Kommunikations-Kanäle (Learnings aus Beispielen):
Mehrere unserer Beispiel-Unternehmen (WISKA, Hofmann) standen ursprünglich vor CSRD-Pflicht, fielen dann durch Omnibus-Paket raus, nutzen aber VSME strategisch als Vorbereitung.
Typischer Übergangspfad:
Details zur CSRD-Integration: CSRD Bericht 2025: Inhalte, Fristen, Umsetzung
Die Beispiele zeigen: VSME ist branchenunabhängig, aber die Schwerpunkte verschieben sich massiv.
Kernherausforderung: Niedrige eigene Emissionen, aber hohe Scope 3
Lösungsansätze aus Beispielen:
Tool-Tipp: Scope 3 Quick Check hilft, die größten Hebel zu identifizieren
Kernherausforderung: Hohe Scope 1+2, komplexe Upstream-Lieferketten
Lösungsansätze aus Beispielen:
Detaillierte Lifecycle-Methodik: Product Carbon Footprint & Lifecycle Assessment
Kernherausforderung: Scope 3 Downstream (Produkte, Logistik) dominiert
Lösungsansätze aus Beispielen:
Die Beispiele zeigen: VSME-Reporting kostet Zeit – zwischen 20 Personentagen (Kleinstunternehmen) und 60+ Personentagen (Comprehensive Module mit komplexen Lieferketten). Deshalb haben wir VSMEasy entwickelt.
Zeitersparnis: Durchschnittlich 40% weniger Aufwand im Vergleich zu Excel-basierten Prozessen.
Mehr Infos: VSMEasy: Die VSME-Software für KMUs
Neben den qualitativen Beispielen liefert unsere Analyse von 700+ Berichten quantitative Orientierung:
Relevanz für Zielsetzung: Wenn ihr noch unter 50% Ökostrom liegt, signalisiert das potenziellen Quick Wins für Scope 2-Reduktion. Banken erwarten 2026 zunehmend einen klaren Dekarbonisierungspfad – Ökostrom ist der niedrighängende Fruit.
| Kategorie | Durchschnitt t CO₂e/FTE | Typische Annahmen |
|---|---|---|
| Pendelverkehr (Kat. 7) | 0,8 | 20 km einfache Strecke, 220 Arbeitstage, Mix PKW/ÖPNV |
| Geschäftsreisen (Kat. 6) | 1,2 | 5 Inlandsflüge + 15.000 km Bahn/PKW pro Jahr |
| Eingekaufte Waren (Kat. 1) | 0,5 | Büromaterial, IT-Equipment (abgeschrieben über 3 Jahre) |
| Abfall (Kat. 5) | 0,1 | 120 kg Restmüll + 80 kg Recycling pro MA/Jahr |
Anwendungsbeispiel: Ihr seid eine IT-Beratung mit 50 Mitarbeitern ohne detaillierte Pendel-Daten. Nutzt den Proxy von 0,8 t/FTE = 40 t CO₂e Gesamt. Im Bericht vermerken: "Schätzung basierend auf Branchendurchschnittswerten (Quelle: Fiegenbaum Solutions Benchmark-Analyse 2025). Eigene Mitarbeiterbefragung für 2026 geplant."
Vollständige Benchmark-Daten: VSME Benchmark-Studie (700+ Berichte)
Strategische Einordnung: Wenn ihr die Top 5 Themen komplett weglasst, wird euer Bankberater definitiv Fragen stellen. Diese Themen werden als Mindest-Standard erwartet.
Nein. VSME arbeitet mit dem "If Applicable"-Prinzip. Die Beispiele zeigen Maximalumsetzungen (wie WISKA mit Comprehensive Module), aber ihr müsst nur berichten, was für euer Geschäftsmodell relevant ist. Das Designagentur-Beispiel zeigt: 12 Seiten können völlig ausreichend sein.
Basierend auf den Beispielen: 20-60 Personentage für den ersten Bericht (abhängig von Unternehmensgröße und gewähltem Modul). Mit Software wie VSMEasy reduziert sich das auf 12-40 Personentage. Folgeberichte dann nur noch 30-50% des Erstaufwands.
Ja, mit klarem Disclaimer. Formulierung: "Mangels eigener Messdaten wurde der Branchendurchschnitt gemäß Fiegenbaum Solutions Benchmark-Studie 2025 (n=700+ KMU-Berichte) herangezogen. Eigene Erhebung für 2026 geplant."
Basierend auf Markterfahrung: Basic Module 8.000-15.000 €, Comprehensive Module 15.000-30.000 €. Bei Nutzung von Software-Tools (z.B. VSMEasy) können Beratungskosten um 30-40% reduziert werden, da viele Standard-Tasks automatisiert sind.
Empfohlen: jährlich. Banken und Großkunden erwarten aktuelle Daten (max. 12-18 Monate alt). WISKA und andere Best-Practice-Beispiele berichten jährlich.
Absolut, das ist sogar der empfohlene Ansatz. Das IT-Dienstleister-Beispiel (4) zeigt: Schrittweiser Ausbau über mehrere Jahre ist Standard. Die Daten-Infrastruktur, die ihr für Basic aufbaut, ist für Comprehensive wiederverwendbar.
Abweichungen sind nicht problematisch, solange erklärt. Wenn ihr als IT-Dienstleister bei 150 t/FTE liegt (Benchmark: 30 t/FTE), dokumentiert die Gründe: "Eigenes Rechenzentrum mit Diesel-Notstrom" oder "Vollständige Scope 3-Erfassung inklusive Hardware-Lifecycle".
Nein, externe Assurance ist bei VSME nicht verpflichtend. Aber: Banken und Großkunden schätzen validierte Berichte. WISKA nutzt EcoVadis-Rating als externe Glaubwürdigkeits-Bestätigung. Alternative: Peer-Review mit anderem KMU.
Drei Optionen: (1) Proxy-Daten nutzen (siehe Benchmark-Tabelle), (2) Kategorie als "not material" deklarieren mit Begründung, (3) schrittweise Verbesserung ankündigen. Das Metallverarbeiter-Beispiel (6) zeigt: Roadmap für Datenqualität über 3 Jahre ist akzeptiert.
Seit September 2025 hat DNK ein VSME-Modul integriert. Das macht VSME kostenfrei zugänglich und senkt die Einstiegshürde massiv. Aber: DNK-Plattform gibt nur Struktur, keine Inhalte. Ihr braucht weiterhin Daten, Benchmarks, Formulierungen.
Ja. Hofmann (Beispiel 3) zeigt Multi-Site-Reporting über mehrere Länder. WISKA konsolidiert 7 Standorte weltweit. Herausforderung: unterschiedliche Datenqualität je Standort. Lösung: Headquarters-Daten detailliert, Tochtergesellschaften konsolidiert.
ISO 14001 liefert perfekte Grundlage für VSME Module B3-B7 (Umwelt). WISKA und Hofmann zeigen: Direkte Übernahme von Energie-, Abfall- und Wasser-Daten möglich. Ergänzung: Scope 3 und Social/Governance-Aspekte, die ISO 14001 nicht abdeckt.
Die Beispiele zeigen massive Unterschiede: IT-Dienstleister fokussieren Hardware-Lifecycle, Hotels auf Gästemobilität, Pharma auf Lieferketten-Compliance, Finanz auf finanzierte Emissionen. Nutzt die Branchen-Benchmark-Tabelle zur Orientierung.
VSME ist der ideale Vorbereiter. Übergangspfad: Jahr 1-2 Basic, Jahr 3 Comprehensive, Jahr 4 VSME+ mit selektiven ESRS-Elementen. Wenn später CSRD-pflichtig: 70% der Arbeit bereits erledigt.
Neben den hier analysierten Berichten:
Die Analyse von 10 detaillierten Fallstudien plus 700+ Benchmark-Berichten zeigt: VSME ist machbar – von der 15-Personen-Agentur bis zum 300-Mitarbeiter-Produktionsunternehmen. Der Schlüssel liegt nicht in perfekter Vollständigkeit, sondern in strategischer Priorisierung, transparenter Kommunikation und kontinuierlicher Verbesserung.
Die erfolgreichsten Beispiele zeichnen sich durch drei Gemeinsamkeiten aus:
Eure nächsten Schritte:
2026 wird VSME faktisch zur Pflicht – durch Banken, Großkunden, Markterwartungen. Wer jetzt startet, hat einen strategischen Vorsprung. Die Beispiele zeigen: Es ist machbar, skalierbar und zahlt sich aus.
Braucht ihr strategische Unterstützung? Vom Beispiel zum Vorreiter ist der nächste Schritt. Lasst uns sprechen über eure individuelle VSME-Roadmap – von der Datenerhebung über die Relevanzprüfung bis zur Integration in eure Unternehmensstrategie. Mit über 300 erfolgreich begleiteten ESG-Projekten kennen wir die Stolperfallen und helfen euch, sie zu vermeiden.
VSMEasy kostenlos testen → 7 Tage Vollzugriff, keine Kreditkarte nötig
ESG- und Nachhaltigkeitsberater mit Schwerpunkt auf VSME‑Berichterstattung und Klimarisikoanalysen. Begleitet seit 2014 über 300 Projekte für den Mittelstand und Konzerne – unter anderem Commerzbank, UBS und Allianz.
Zur PersonExecutive Summary: Die CSRD Omnibus-Richtlinie hat die europäische Nachhaltigkeitsberichterstattung...
Der VSME-Standard (Voluntary Sustainability Reporting Standard for SMEs) bietet kleinen und...